Anzeigen auf LinkedIn sind je Kontakt die teuersten im ganzen B2B. Das ist vertretbar, solange der Kontakt der richtige ist. Diese Ressource führt zehn Stellen, an denen genau das schiefgeht und je Stelle, woran man es im eigenen Konto erkennt.
01, Die Einordnung
In Netzwerken mit hohem Preis je Kontakt entscheidet nicht die Klickrate, sondern der Anteil der Ausspielungen, der überhaupt an die richtige Zielgruppe geht. Bei einem günstigen Kanal ist Streuverlust ärgerlich. Hier ist er das gesamte Problem.
Die zweite Besonderheit: Die Zielgruppenmerkmale stammen aus Selbstangaben der Nutzer. Berufsbezeichnungen, Firmengrößen und Branchen sind gepflegt, wie Menschen ihre Profile eben pflegen. Wer eine Kampagne auf eine Bezeichnung setzt, setzt sie auf ein Wort, das sich jemand selbst gegeben hat.
Diese Ressource nennt keine Preise und keine Vergleichswerte. Preise je Kontakt schwanken nach Land, Zielgruppe und Jahreszeit um ein Vielfaches. Eine Zahl aus einem fremden Konto sagt über das eigene nichts.
02, Das Werkzeug
| Stelle | Woran man es erkennt | Was hilft | |
|---|---|---|---|
| 01 | Zielgruppe über Berufsbezeichnung | In der Auswertung tauchen Bezeichnungen auf, die niemand im Einkauf trägt. | Über Funktion und Erfahrungsstufe steuern statt über die freie Bezeichnung. Die ist eine Selbstauskunft |
| 02 | Netzwerkerweiterung aktiv | Die Reichweite ist deutlich größer als die definierte Zielgruppe. | Abschalten. Die Erweiterung liefert Menge, und Menge ist hier das Gegenteil des Ziels |
| 03 | Platzierungen außerhalb des Netzwerks | Ein Teil der Ausspielungen läuft über ein Partnernetz auf fremden Seiten. | Abschalten, solange nicht bewiesen ist, dass es trägt. Die Preise dort sind niedriger und die Qualität auch |
| 04 | Keine Ausschlussliste | Bestandskunden, Wettbewerber und die eigene Belegschaft sehen die Anzeigen. | Ausschlusslisten aus dem CRM pflegen. Das ist der schnellste Einzelgewinn |
| 05 | Zu kleine Zielgruppe | Dieselben Personen sehen die Anzeige zweistellig oft. | Häufigkeit deckeln. Ab einer gewissen Zahl erzeugt Wiederholung Ablehnung statt Bekanntheit |
| 06 | Zu große Zielgruppe | Die Auswertung nach Firmengröße zeigt einen breiten Schwanz aus Kleinstbetrieben. | Größenband hart setzen. Ohne Untergrenze läuft der größte Teil an Einzelunternehmen |
| 07 | Ziel auf Reichweite gestellt | Das Konto liefert viele Ausspielungen und fast keine Interaktion. | Auf Interaktion stellen, wenn Anlässe das Ziel sind. Die Vergabelogik richtet sich danach |
| 08 | Formular ohne Qualifizierung | Viele Absendungen, kaum Entscheider darunter. | Zwei Pflichtfelder mehr. Jede zusätzliche Hürde senkt die Menge und hebt den Anteil |
| 09 | Anzeige ohne Fachinhalt | Klickrate niedrig, Reaktionen nahe null. | Fachbeitrag statt Werbebotschaft. Was im Fachpublikum trägt, ist eine Rechnung oder eine Beobachtung |
| 10 | Reaktionen werden nicht eingesammelt | Niemand kann sagen, wer öffentlich reagiert hat. | Der teuerste Punkt der Liste: Der eigentliche Ertrag wird gar nicht abgeholt |
Punkt 02, 03 und 04 sind an einem Vormittag erledigt und wirken sofort. Sie sind keine Optimierung, sondern das Zurückholen von Budget, das an Stellen fließt, die niemand bewusst gewählt hat, sie sind Voreinstellungen.
03, Das durchgerechnete Beispiel
Ein Quartal, 8.000 Euro, Zielgruppe: Instandhaltungs- und Produktionsleitung in Betrieben ab 50 Mitarbeitern in Deutschland. Konstruiertes Beispiel mit realistischen Anteilen.
| Wohin | Anteil | Betrag | Ursache |
|---|---|---|---|
| Partnernetz außerhalb | 22 % | 1.760 € | Voreinstellung nie abgeschaltet |
| Netzwerkerweiterung | 17 % | 1.360 € | Voreinstellung nie abgeschaltet |
| Betriebe unter 50 Mitarbeitern | 14 % | 1.120 € | Untergrenze nicht gesetzt |
| Bestandskunden und eigene Belegschaft | 6 % | 480 € | keine Ausschlussliste |
| Wettbewerber | 3 % | 240 € | keine Ausschlussliste |
| An die definierte Zielgruppe | 38 % | 3.040 € | der Rest |
38 Prozent des Budgets erreichten die Zielgruppe, für die die Kampagne gebaut war. Nichts davon ist ein Fehler im engeren Sinn, es sind vier nicht getroffene Entscheidungen und eine fehlende Liste. Nach dem Abschalten der ersten drei Punkte und einer Ausschlussliste aus dem CRM liegt derselbe Betrag bei rund 85 Prozent.
Welche Anzeigenform im B2B überhaupt welche Aufgabe erfüllt, steht im Anzeigenarsenal.
Diese Ressource stammt aus der Werkstatt von signalakquise.de, signalbasierte Neukundenakquise: bezahlt wird der Termin, nicht der Versuch.
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