Im B2B mit langen Entscheidungswegen und mehreren Beteiligten führt fast keine Anzeige direkt zu einem Auftrag. Sie erzeugt etwas anderes, das oft übersehen wird: einen datierbaren Vorgang, an dem sichtbar wird, wer sich gerade mit dem Thema beschäftigt. Diese Übersicht sortiert elf Formen danach, was sie wirklich liefern.
01, Die Einordnung
Der Name soll geläufig sein, bevor angerufen wird. Wirkt langsam, ist nicht einzeln zurechenbar und wird deshalb regelmäßig als wirkungslos abgeschaltet.
Wer auf eine Anzeige reagiert, erzeugt einen datierbaren Vorgang. Das ist im deutschen B2B der belastbarste Ertrag, und fast niemand rechnet ihn.
Jemand füllt ein Formular aus. Selten, teuer je Stück, und bei erklärungsbedürftigen Leistungen häufig von Personen ohne Entscheidungsbefugnis.
Der übliche Fehler ist, jede Anzeige an Aufgabe 3 zu messen. Dann sieht eine Kampagne, die sehr gut Aufgabe 2 erfüllt, wie ein Fehlschlag aus und wird abgeschaltet, obwohl sie die wertvollste Ausgabe des ganzen Budgets erzeugt hat.
Anzeigen bieten wir nicht an. Diese Ressource steht unter „Wissen“. Sie ist da, weil viele Unternehmen bereits Budget ausgeben und die Frage stellen, was es bringt. Die ehrlichste Antwort darauf beginnt damit, die Aufgabe zu benennen.
02, Das Werkzeug
| Form | Erfüllt vor allem | Stärke | Wo es kippt | |
|---|---|---|---|---|
| 01 | Suchanzeigen auf Fachbegriffe | Direkte Anfrage | Der Bedarf ist bereits formuliert | Im deutschen B2B sind die Suchmengen oft klein. Wenige hundert Suchen im Monat tragen keine Kampagne |
| 02 | Suchanzeigen auf Wettbewerbernamen | Direkte Anfrage | Wechselbereitschaft ist unmittelbar | Markenrechtlich heikel und teuer. Vorher prüfen lassen |
| 03 | Fachbeiträge bewerben | Anlassgewinnung | Wer reagiert, zeigt Themeninteresse öffentlich | Wird an Anfragen gemessen und deshalb abgeschaltet |
| 04 | Beiträge der Geschäftsführung bewerben | Bekanntheit und Anlassgewinnung | Im deutschen B2B trägt das Profil, nicht die Seite | Wird als Eitelkeit gelesen, wenn kein Fachinhalt darin steht |
| 05 | Zielgruppenanzeigen auf Unternehmensmerkmale | Bekanntheit | Der Streuverlust ist beherrschbar | Sehr hoher Preis je Kontakt. Nur für einen engen Zielmarkt sinnvoll |
| 06 | Wiederansprache von Seitenbesuchern | Bekanntheit | Günstig, weil die Menge klein ist | Braucht eine Zustimmung im Seitenbanner. Ohne die entfällt der größte Teil |
| 07 | Anzeigen in Fachmedien | Bekanntheit | Im Mittelstand nach wie vor wirksam, weil Fachtitel gelesen werden | Nicht zurechenbar. Wer Zurechenbarkeit verlangt, kann es lassen |
| 08 | Newsletter-Belegung bei Verbänden | Bekanntheit und Anlassgewinnung | Sehr genaue Zielgruppe | Begrenzte Menge, lange Vorlaufzeiten |
| 09 | Messeauftritt begleitend bewerben | Anlassgewinnung | Die Frist ist eingebaut, der Anlass ist datierbar | Ohne Nachbereitung am Telefon verpufft es vollständig |
| 10 | Formularanzeigen im Netzwerk | Direkte Anfrage | Niedrige Hürde | Die Hürde ist zu niedrig. Häufig Personen ohne Bezug zur Entscheidung |
| 11 | Anzeigen auf Vergleichsportalen | Direkte Anfrage | Kaufabsicht ist vorhanden | Der Vergleich läuft über den Preis, weil das Portal so gebaut ist |
Form 03, 04 und 09 sind die, die zur Signalarbeit passen. Sie erzeugen sichtbare, datierbare Reaktionen von benennbaren Personen aus dem Zielmarkt. Was daraus wird, entscheidet nicht die Anzeige, sondern ob jemand die Reaktionen einsammelt.
03, Das durchgerechnete Beispiel
6.000 Euro über drei Monate auf beworbene Fachbeiträge. Am Ende: vier Formularanfragen, davon eine passend. Konstruiertes Beispiel.
| Bewertung | Was gezählt wird | Ergebnis | Schluss |
|---|---|---|---|
| Nur Anfragen | 4 Anfragen, 1 davon passend | 6.000 € je passender Anfrage | „Anzeigen funktionieren bei uns nicht.“ Kampagne wird abgeschaltet |
| Anfragen und Anlässe | 4 Anfragen plus 118 öffentliche Reaktionen, davon 34 aus dem Zielmarkt | 171 € je Anlass aus dem Zielmarkt | Der Ertrag liegt in den 34 Anlässen, wenn sie jemand anruft |
Dieselben 6.000 Euro, dieselben Zahlen, zwei Schlüsse. Der Unterschied ist nicht Rechenkunst, sondern die Frage, ob die 34 Reaktionen überhaupt eingesammelt wurden. Wenn niemand sie einsammelt, ist die erste Rechnung die richtige, dann war das Budget tatsächlich verloren.
Wie man Reaktionen einsammelt und bewertet, steht in „Aus Interaktion Pipeline machen“. Wo Budget innerhalb einer Kampagne versickert, steht in „Wo LinkedIn-Budget versickert“.
Diese Ressource stammt aus der Werkstatt von signalakquise.de, signalbasierte Neukundenakquise: bezahlt wird der Termin, nicht der Versuch.
Zum Nachschlagen: Die 76 Kaufsignale mit Quelle und Frist