Wer veröffentlicht, bekommt Reaktionen. Sie erscheinen als Benachrichtigung, werden überflogen und verschwinden. Damit verschwindet das wärmste Signal, das ein Unternehmen überhaupt bekommen kann: jemand hat öffentlich gezeigt, dass ihn das Thema beschäftigt. Diese Ressource zeigt, wie man es einsammelt und was danach damit geschieht.
01, Die Einordnung
Alle anderen Signale sind Vorgänge im Unternehmen: eine Stelle, eine Meldung, ein Auftrag. Sie sagen, dass etwas passiert. Eine Reaktion auf einen eigenen Beitrag sagt etwas anderes: dass eine bestimmte Person sich mit einem bestimmten Thema beschäftigt hat und zwar mit dem Thema, über das man verkauft.
Deshalb steht dieses Signal in der Bewertung ganz oben. Nicht, weil die Person kaufen will, sondern weil der Anlass für den Anruf so nah am Thema liegt wie kein anderer.
Der Kanal bleibt trotzdem das Telefon. Eine Reaktion ist keine Einladung zu einer Nachricht. Diese Ressource steht deshalb unter „Wissen“: Sie beschreibt, wie man das Signal einsammelt und bewertet, nicht, wie man darauf schreibt.
02, Das Werkzeug
Einsammeln, rückwirkend. Nicht erst ab heute. Die Beiträge der letzten Monate sind noch da, ihre Reaktionen auch. Der erste Durchgang liefert deshalb sofort eine Menge statt einer leeren Liste.
Zuordnen. Person zu Unternehmen, Unternehmen zu Domäne, Domäne zum Konto im Zielmarkt. Wer hier nicht zuordnet, hat eine Namensliste statt eines Signals.
Filtern. Alles, was nicht im Zielmarkt liegt, fällt raus. Wettbewerber, Dienstleister, Bewerber und die eigene Belegschaft machen erfahrungsgemäß den größeren Teil aus.
Bewerten. Reaktion auf den eigenen Beitrag zählt höher als Reaktion auf einen fremden. Ein Kommentar zählt höher als eine Reaktion. Mehrfach über Wochen zählt am höchsten.
Übergeben. In dieselbe Warteschlange wie alle anderen Signale, mit Anlass, Quelle und Datum. Keine zweite Liste, kein zweites Werkzeug.
| Art | Was sie zeigt | Gewicht | Frist | |
|---|---|---|---|---|
| 01 | Kommentar auf den eigenen Beitrag | Öffentliche Auseinandersetzung mit dem Thema, unter eigenem Namen | 5 | 30 Tage |
| 02 | Wiederholte Reaktion über mehrere Wochen | Kein Zufall mehr. Das Muster ist das Signal, nicht die einzelne Reaktion | 5 | 60 Tage |
| 03 | Reaktion auf einen Fachbeitrag | Interesse am Thema | 3 | 30 Tage |
| 04 | Folgen des Profils | Anhaltendes Interesse, aber ohne Zeitpunkt | 2 | 90 Tage |
| 05 | Reaktion auf einen Beitrag ohne Fachbezug | Höflichkeit oder Netzwerkpflege. Kein Anlass | 1 | 14 Tage |
| 06 | Reaktion auf einen Wettbewerberbeitrag | Themeninteresse, aber nicht gegenüber uns, der schwächere Anhaltspunkt | 2 | 30 Tage |
Zeile 02 ist die wertvollste und wird am seltensten gebaut. Eine einzelne Reaktion ist schwach. Dieselbe Person, die über sechs Wochen dreimal reagiert, ist ein starkes Signal, aber nur, wenn irgendwo mitgeschrieben wurde. Genau dafür braucht es Schritt eins.
03, Das durchgerechnete Beispiel
Ein Unternehmen veröffentlicht seit rund einem Jahr unregelmäßig. Der erste Durchgang läuft rückwirkend über zwölf Monate. Konstruiertes Beispiel.
| Schritt | Personen | Anteil | Anmerkung |
|---|---|---|---|
| Reaktionen insgesamt, 12 Monate | 1.240 | 100 % | aus 63 Beiträgen |
| Eindeutige Personen | 780 | 63 % | Mehrfachreaktionen zusammengeführt |
| Einem Unternehmen zugeordnet | 610 | 49 % | der Rest ohne belastbare Zuordnung |
| Im Zielmarkt | 180 | 15 % | Wettbewerber, Bewerber und Dienstleister raus |
| Mit Rolle im Einkaufsgremium | 96 | 8 % | die übrigen ohne Bezug zur Entscheidung |
| Mehrfach reagiert | 31 | 2,5 % | der eigentliche Fund |
Aus 1.240 Reaktionen werden 96 zuordenbare Personen im Zielmarkt und darunter 31, die mehr als einmal reagiert haben. Diese 31 sind der Grund für den ganzen Aufwand: Sie haben über Monate wiederholt gezeigt, dass das Thema sie beschäftigt, und niemand hat je mit ihnen gesprochen.
Wie die Reichweite entsteht, aus der so ein Bestand wächst, steht im LinkedIn-Kurs. Wie das Signal in die Warteschlange kommt, steht in den Akquise-Abläufen.
Diese Ressource stammt aus der Werkstatt von signalakquise.de, signalbasierte Neukundenakquise: bezahlt wird der Termin, nicht der Versuch.
Zum Nachschlagen: Die 76 Kaufsignale mit Quelle und Frist