Zielmarkt, Wunschkundenprofil und Anreicherung werden in Gesprächen fast immer durcheinandergeworfen. Das ist keine Wortklauberei: Wer die Reihenfolge vertauscht, reichert Unternehmen an, die er nie anrufen wird, und bezahlt dafür. Diese Ressource trennt die drei sauber und zeigt, was jedes für sich liefert.
01, Die Einordnung
Die abschließende Liste aller Unternehmen, an die verkauft werden kann. Eine Menge mit einer Zahl darunter. Er beantwortet: Wie viele gibt es überhaupt?
Die Merkmale, an denen ein passender Kunde vor dem ersten Gespräch erkennbar ist, gewichtet. Es beantwortet: Welche davon zuerst?
Das Auffüllen fehlender Felder je Unternehmen, Ansprechpartner, Nummer, Technikeinsatz. Sie beantwortet: Wie erreiche ich die, die zuerst drankommen?
Die Reihenfolge ist eine Abhängigkeitskette. Ohne Zielmarkt gibt es nichts zu bewerten. Ohne Profil gibt es keine Reihenfolge, und ohne Reihenfolge reichert man den ganzen Markt an, statt den Teil, der zuerst bearbeitet wird.
02, Das Werkzeug
| Stufe | Eingang | Ergebnis | Erst weiter, wenn | |
|---|---|---|---|---|
| 01 | Zielmarkt | Register, Marktdaten, Verbandslisten, eigene Bestandsdaten | Eine dublettenfreie Liste mit Domäne je Zeile und einer Gesamtzahl | Die Zahl steht und ist begründbar. Wer sie nicht nennen kann, hat keinen Zielmarkt. |
| 02 | Wunschkundenprofil | Die letzten 30 bis 50 gewonnenen Kunden, die auch gut zu liefern waren | Vier bis sechs gewichtete Merkmale, schriftlich, auf einer Seite | Jedes Merkmal ist vor dem ersten Gespräch beobachtbar. Was man erst im Gespräch erfährt, gehört nicht ins Profil. |
| 03 | Anreicherung | Der nach Profil bewertete Zielmarkt, oberste Stufen zuerst | Ansprechpartner, Erreichbarkeit und Zusatzmerkmale je Konto | Eine Stichprobe von 50 Datensätzen wurde von Hand geprüft und stimmt. |
Vor dem Gespräch beobachtbar. „Wächst stark“ ist kein Merkmal, „hat im letzten Jahr die Mitarbeiterzahl um mehr als ein Fünftel erhöht“ ist eins.
In einer Quelle nachschlagbar. Wenn niemand sagen kann, woher der Wert kommt, wird er in sechs Monaten nicht mehr gepflegt.
Trennscharf. Ein Merkmal, das auf 90 Prozent des Zielmarkts zutrifft, sortiert nichts. Es beruhigt nur.
Gewichtet. Ohne Gewicht sind alle Merkmale gleich wichtig, und dann entscheidet die Zahl der Merkmale statt ihre Bedeutung.
Das Schlüsselmerkmal ist das wichtigste und wird am häufigsten vergessen. Es ist das eine Merkmal, das fast nur die besten Kunden haben und fast niemand sonst. Man findet es nicht durch Nachdenken, sondern indem man die Gewonnenen gegen die Verlorenen hält und sucht, was sich unterscheidet.
03, Das durchgerechnete Beispiel
Ein Anbieter von Prüf- und Messtechnik, Zielgruppe verarbeitendes Gewerbe in Deutschland. Konstruiertes Beispiel mit realistischen Größenordnungen.
| Schritt | Unternehmen | Womit gefiltert | Was das kostet |
|---|---|---|---|
| Rohmenge verarbeitendes Gewerbe | 41.200 | WZ-Abschnitt C, Deutschland | nichts |
| Größenband | 12.800 | 20 bis 500 Mitarbeiter | nichts |
| Rechtsform und Register | 11.900 | GmbH, AG, KG, GmbH & Co. KG, aktiv | nichts |
| Profil, Stufe 1 und 2 | 2.300 | vier gewichtete Merkmale aus 44 Abschlüssen | nichts |
| Anreicherung Stufe 1 und 2 | 2.300 | Ansprechpartner und Erreichbarkeit | hier beginnt es |
| Anreicherung Stufe 3 und 4 | 0 | wird erst bei einem Signal ausgelöst | später, wenn überhaupt |
Angereichert werden 2.300 statt 41.200 Unternehmen. Das ist nicht weniger Markt, sondern dieselbe Menge in einer Reihenfolge. Stufe 3 und 4 verschwinden nicht, sie warten auf einen Anlass und werden dann einzeln angereichert, wenn er kommt.
Wie die Gewichtung im Einzelnen aufgebaut wird, steht in der Bewertungsmatrix. Welche Branchenschlüssel für Schritt eins taugen, steht in der Branchenliste.
Diese Ressource stammt aus der Werkstatt von signalakquise.de, signalbasierte Neukundenakquise: bezahlt wird der Termin, nicht der Versuch.
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