Für dieses Kit wurden siebzehn deutsche B2B-Seiten geladen und vermessen, darunter acht direkte Akquise-Anbieter. Der Befund ist einheitlicher, als man erwarten würde. Diese Ressource führt sechs Muster, die sich über fast alle acht ziehen und wozu man sie benutzen kann, wenn man selbst einen Anbieter auswählt.
01, Die Einordnung
Diese Auswertung nennt keinen Anbieter beim Namen. Der eine Grund ist rechtlich: Eine namentliche, wertende Gegenüberstellung von Wettbewerbern ist im deutschen Wettbewerbsrecht eine eigene Angriffsfläche, und wir haben keinen Grund, sie zu eröffnen.
Der andere ist inhaltlich: Der Befund ist ein Muster, kein Einzelfall. Wenn dieselbe Lücke bei sieben von acht Anbietern auftritt, ist sie eine Eigenschaft des Markts und nicht das Versäumnis einer Firma. Für jemanden, der einen Anbieter auswählt, ist genau das die brauchbare Information, er weiß dann, wonach er fragen muss.
Was untersucht wurde: Aufbau und Länge der Startseite, Belege und ihre Nachprüfbarkeit, Handlungsaufrufe, Sprachregister, Preisangaben und Produktdarstellung. Was nicht untersucht wurde: die Qualität der tatsächlichen Arbeit. Eine Website ist kein Leistungsnachweis, in keine Richtung.
02, Das Werkzeug
| Muster | Wie verbreitet | Warum es zählt | |
|---|---|---|---|
| 01 | Belege ohne Zeugen | 6 von 8 | Der inhaltlich stärkste Anbieter zeigt gute Fallstudienzahlen, 21 Termine, 210.000 € Pipeline, 12 Wochen und benennt keinen einzigen Kunden dazu. Zwei Anbieter haben überhaupt keine Belege |
| 02 | Nur ein Handlungsaufruf, und der ist der teuerste | 7 von 8 | „Termin vereinbaren“ ist der einzige angebotene Schritt. Zwischen dem ersten Kontakt und dem Erstgespräch liegt nichts. Eine Ausnahme bietet eine Analyse an |
| 03 | Länge als Ersatz für Argument | mehrere | Die längste Seite braucht 23.884 Bildpunkte für rund neun Inhaltseinheiten und spielt eine Sektion zweimal identisch aus. Zum Vergleich: Ein Rüstungshersteller verkauft sich auf 7.979 |
| 04 | Kein Designsystem | 5 von 8 | Sichtbare Baukasten-Voreinstellungen, zwei bis drei Schriften je Seite, vier bis acht unkoordinierte Farben. Einer nutzt Arial, einer den unveränderten Blauton einer fremden Vorlage |
| 05 | Die Kategorie wird verkauft, nicht der Anbieter | 2 von 8 | Eine Startseite beantwortet „Was ist eine Vertriebsagentur?“ und erwähnt sich selbst ab Position 13. Diese Seiten sind für Suchmaschinen gebaut, nicht für Leser |
| 06 | Kein einziger zeigt sein Produkt | 8 von 8 | Kein Signal-Feed, keine Kontenliste, keine Auswertung. Stattdessen Ablaufdiagramme aus Symbolen und Fotos von Menschen mit Kopfhörer |
Er stammt von einem der acht und lautet sinngemäß: Eine seriöse Agentur kann keine Abschlüsse zusagen. Zusagen lassen sich qualifizierte Gespräche mit Entscheidern. Die Selbstbegrenzung ist der Vertrauensbeweis und sie ist zugleich die rechtlich haltbare Formulierung, weil der Erfolg wesentlich vom Kunden abhängt.
Zu welcher Ihrer Zahlen können Sie mir den Kunden nennen? Wenn zu keiner, ist die Zahl kein Beleg.
Was ist der Schritt vor dem Erstgespräch? Wer keinen hat, verlangt die größte Zusage zuerst.
Zeigen Sie mir Ihr Werkzeug, nicht Ihr Diagramm. Wer sein Produkt nicht zeigen kann, hat womöglich keins.
Was genau zählt bei Ihnen als Termin? Zugesagt, wahrgenommen, oder qualifiziert, das sind drei verschiedene Preise.
Was passiert, wenn der Termin ausfällt? Die Antwort trennt Modelle sofort.
Wem gehören die Daten am Ende? Zielmarkt, Einstufung und Dokumentation sollten beim Kunden bleiben.
Woran erkenne ich nach acht Wochen, ob es funktioniert? Wer darauf nur Aktivität nennt, misst nicht das Ergebnis.
Diese Fragen sind auch an uns zu richten. Eine Auswertung des Wettbewerbs, die den eigenen Anbieter ausnimmt, ist Werbung. Die Antworten auf alle sieben stehen an anderer Stelle in dieser Bibliothek und auf unserer Seite.
03, Das durchgerechnete Beispiel
Wie man drei Angebote nebeneinanderlegt, ohne sich von der Aufmachung leiten zu lassen. Konstruiertes Beispiel für den Ablauf, nicht für die Ergebnisse.
| Prüfpunkt | Was zählt | Was nicht zählt | |
|---|---|---|---|
| 01 | Belege mit Namen | Ein nachprüfbarer Kundenname je Zahl | Logowände ohne Zahlen, Zahlen ohne Namen |
| 02 | Bezugsrahmen je Zahl | Zeitraum, Branche, Ausgangslage | „über 500 Termine“ |
| 03 | Definition des Termins | Schriftlich, vier Bedingungen | „qualifiziert“ ohne Erklärung |
| 04 | Abrechnungsauslöser | Was genau löst eine Rechnung aus | Pauschale ohne Ergebnisbezug |
| 05 | Kanal | Welcher Kanal, und warum dieser | „alle Kanäle“ |
| 06 | Dokumentation | Was wird je Kontakt festgehalten | Zusicherungen ohne Beschreibung |
| 07 | Datenübergabe | Was bleibt beim Kunden, wenn Schluss ist | keine Angabe |
| 08 | Zwischenschritt | Gibt es etwas vor dem Erstgespräch | nur „Termin vereinbaren“ |
Acht Zeilen, drei Anbieter, vierzig Minuten. Der Wert liegt nicht in der Summe, sondern in den Leerstellen: Wo bei einem Anbieter drei Felder leer bleiben, ist die Entscheidung meistens schon gefallen, nicht weil er schlecht wäre, sondern weil man nicht vergleichen kann, was nicht gesagt wurde.
Was ein Termin über die verschiedenen Wege kostet, lässt sich in der Kostenrechnung durchrechnen, auch das gehört in ein solches Raster.
Diese Ressource stammt aus der Werkstatt von signalakquise.de, signalbasierte Neukundenakquise: bezahlt wird der Termin, nicht der Versuch.
Zum Nachschlagen: Die 76 Kaufsignale mit Quelle und Frist